Wärmeschutzmaßnahmen werden ständig erweitert und dank neuer, innovativer Materialien zu zunehmend günstigeren Preisen verbessert. Allerdings gelten auch immer striktere Regelungen in den Wärmeschutzverordnungen.
Die neue Energiepolitik, welche dem Ausstieg aus der Atomkraft und der zunehmenden Verteuerung fossiler Brennstoffe folgend etabliert wurde, konzentriert sich auf zwei wichtige Aspekte: Man möchte zum einen die Energiegewinnung zunehmend auf regenerative Energieträger fokussieren und zum anderen den Energieverbrauch im Haushalt und Straßenverkehr senken, soweit das möglich ist. Viele Menschen meinen, der Hauptteil der Energie in einem Haushalt würde bei der elektrischen Versorgung liegen. Dabei werden deutlich über zwei Drittel der Haushaltsenergie für die Erwärmung des Wohnraumes und des Trinkwassers benötigt, deshalb gelten im Bereich der Wärmeschutzverordnungen zunehmend strenge Reglementierungen für Fassaden-, Dach- und Bodendämmungsmaßnahmen, die bei jedem Neubau berücksichtigt werden müssen.
Die Wärmeschutzverordnung zielt in Zukunft darauf ab, dass ein Haus quasi seinen Wärmebedarf autonom decken kann bis hin zu einer Wärmeüberschussproduktion, die für andere Gebäude zur Verfügung steht. Dafür gibt es mittlerweile einige Technologien, die für Heizaufgaben regenerative Energien nutzen. Die bekannteste und auch hierzulande anwendbare Technologie ist die Solarthermie, die aber nur in Kombination mit einem Warmwasserspeichersystem wirklich Sinn macht. Denn das Wasser wird nur in den Sommermonaten brauchbar warm, also genau dann, wenn die Heizung normalerweise nicht angemacht wird. Die Speicherung thermischer Energie ist zwar einfacher zu bewerkstelligen als die Speicherung elektrischer Energie, allerdings ist sie bei einer schlechten Speicherauslegung stark verlustbehaftet.
Es gibt verschiedene Kategorien für Wohn- und Verwaltungsgebäude, die nach Wärmeschutzverordnung eingeteilt werden. Darunter sind beispielsweise das Niedrigenergiehaus, das Passivenergiehaus, das Nullenergiehaus und das Plusenergiehaus. Plusenergiehäuser gibt es derzeit nur in einzelnen Forschungsprojekten, aber auch schon sehr selten in der wirtschaftlichen Anwendung. Das Problem bei der Entwicklung eines Passivenergiehauses oder eines Gebäudes mit einem noch besseren Wärmeschutz sind vor allem die Investitionskosten und teilweise auch die Ästhetik, denn sparsame Häuser sehen in den ersten Entwicklungsschritten nicht sehr wohnlich oder zu mindestens ungewöhnlich aus. Zahlreiche Architekten und Wärmetechniker versuchen gerade auf dem Gebiet der Hausästhetik und des Designs neue Möglichkeiten und kreative Ideen zu finden, welche den Baustandard der Zukunft definieren werden. Denn der Wärmeschutz ist das vorrangige Problem der Energieeinsparmaßnahmen, wobei man sich oft auf andere, eher uneffektive Maßnahmen konzentriert.
Beispielsweise hat die Abschaffung der normalen, warmen Glühbirne laut wissenschaftlicher Erhebungen eher zu einer Erhöhung des Energieverbrauches im Haushalt geführt, weil man die ausbleibende Wärme mit einer etwas längeren Laufzeit der Heizung ausgleichen müsste. Der Vollwärmeschutz ist zwar Standard bei Neubauten, dennoch bleiben die meisten Gebäude des Altbaus von den Regelungen befreit.